Hauptinhalt:
Information zu PIP-Brustimplantaten
- Allgemeine Information
- So informieren Sie sich welches Silikon bei ihrem Implantat verwendet wurde
- Wenn Sie eines der betroffenen Produkte implantiert haben
- Kontakte für weitere Fragen
Allgemeine Information
Sowohl die Zusammensetzung als auch die Qualität von Implantaten der Firma Poly Implant Prothese (PIP) variieren beträchtlich. Die meisten dieser Implantate enthalten statt hochwertigem, medizinischen Silikon, industriell verwendetes Silikon. Das niederwertige Industriesilikon führt dazu, dass die Hülle leichter reißen kann und Silikongel aus den Implantaten austreten kann. Das ausgetretene Silikongel kann dort wo es mit menschlichem Gewebe in Berührung kommt, Entzündungen hervorrufen. Die Entzündung kann zu Schmerzen, Spannungsgefühl und geschwollenen Lymphknoten vor allem in den Achseln führen. Ein gesicherter Zusammenhang zwischen Krebs oder Vergiftungserscheinungen konnte nicht gefunden werden.
zum SeitenanfangSo informieren Sie sich welches Silikon bei ihrem Implantat verwendet wurde
So finden Sie heraus, ob Sie PIP-Brustimplantate oder Produkte anderer Hersteller haben, welche Silikon der Firma PIP verwendet haben:
Den Namen des Herstellers finden Sie im Implantatpass.
Falls sie keinen Implantatpass besitzen, setzen Sie sich bitte mit Ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Ärztin in Verbindung, da diese verpflichtet sind, Aufzeichnungen über eingesetzte Implantate zu führen.
Folgende Firmen haben – nach dem derzeitigen Wissensstand - auch Silikon der Firma PIP verwendet:
- alle mit Silikongel gefüllten Mammaimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothese (PIP) (die unter dem Produktnamen „Titanium“ vertriebenen Produkte sind direkt von Fa. Poly Implant Prothese).
- die mit Silikongel gefüllten Produkte „M-Implants“ des niederländischen Herstellers Rofil Medical International N.V.
- „Tibreeze“ des deutschen Herstellers GFE Medizintechnik GmbH – Deutschland (insolvent, Nachfolger: pfm medical titaniu GmbH).
Festzuhalten ist, dass nach den derzeit vorliegenden Informationen die Firma Poly Implant Prothese (PIP) anscheinend in betrügerischer Absicht alle beteiligten Behörden getäuscht hat und somit das EU-weit geltende Medizinprodukterecht umgangen hat– die genauen Ursachen müssen jedoch noch von Gerichten geklärt werden. Derzeit evaluieren alle europäischen Behörden mit Hochdruck, ob noch weitere Hersteller von Brustimplantaten von der Firma PIP beliefert wurden. Bei den am Markt etablierten Herstellern ist nicht zu erwarten, dass diese mit der Firma PIP in Geschäftskontakt standen. Die beiden weiteren Unternehmen, Fa. Rofil (Niederlande) und GfE (Deutschland) sind jedoch bereits seit 2004 in Konkurs und wurden daher erst jetzt identifiziert.
Die Internetseite Portal der Schönheit bietet eine Übersicht der Stellungnahmen von am europäischen Markt erhältlichen Brustimplantaten. Ein Zusammenhang zwischen PIP Implantaten (oder Implantate die mit dem Silikongel der Firma PIP gefüllt sind) und einem erhöhten Auftreten von Brustkrebs konnte von einem Wissenschaftlichen Komitee (SCENIHR) der Europäischen Kommission nicht gefunden werden. Siehe: The Safety of PIP Silicone Breast Implants (pdf)
zum SeitenanfangWenn Sie eines der betroffenen Produkte implantiert haben
- Prinzipiell sollten Betroffene im Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt/ihrer Ärztin od. plastischen Chirurgen/Chirurgin abklären, ob, beziehungsweise wann eine Entfernung der Implantate angezeigt ist.
- Wenn ein Implantat gerissen oder undicht ist, sollte es in jedem Fall ausgetauscht werden, da ausgetretenes Silikon von Brustimplantaten zu einer lokalen Entzündung führen kann. Diese Entzündung kann zu Schwellungen und Schmerzen führen und erschwert unter Umständen das Entfernen.
- Wenn das PIP-Implantat nicht gerissen ist, werden in die Empfehlung des behandelnden Facharztes/der Fachärztin auch das Alter der Implantate und die psychologische und medizinische Situation der betroffenen Frau einfließen.
- Ihre behandelnder Arzt/ihre Ärztin kann mittels Ultraschall oder Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie) untersuchen, ob ein Implantat defekt ist und insbesondere ob Silikongel ausgetreten ist. Eine klinische Untersuchung ist, bei fehlenden Beschwerden, nicht geeignet, ein defektes Implantat auszuschließen. Auch eine Untersuchung mittels Mammographie ist hier nicht zielführend.
Kontakte für weitere Fragen
- Sollten Sie Fragen im Zusammenhang mit der Durchsetzung allfälliger Schadenersatzansprüche haben wenden Sie sich bitte an den Verein für Konsumenteninformation (VKI). Der VKI bietet den österreichischen Betroffenen Hilfe bei der Rechtsdurchsetzung an und ist dabei, die gemeldeten Beschwerden zu prüfen, die möglichen Wege der Rechtsdurchsetzung zu erheben und auch zu versuchen, eine außergerichtliche Lösung anzubahnen. Näheres unter www.verbraucherrecht.at.
- Sollten sie weiterführende Fragen betreffend allgemeine Angelegenheiten im Bereich Medizinprodukte haben, wenden Sie sich bitte an:
Bundesministerium für Gesundheit, Abteilung III/3
Tel.: 01/71000/4487 - Für Fragen und Auskünfte betreffend spezielle Produkte bzw. Zertifizierungsfragen kontaktieren Sie bitte das für die Vollziehung des Medizinproduktegesetzes zuständige Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (AGES PharmMed).
Informationsseite mit Kontaktadressen: Brustimplantate (PIP, M-Implants, TiBREEZE) (24.02.2012)


