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Inhaltsangaben zu den Video-Portraits

Lebenswerk Inge Welzig, Tierschutzverein Tirol:

Vier Tierschutzheime hat eine für den Tiroler Tierschutz maßgebliche Frau über mehrere Jahrzehnte hinweg aufgebaut. Vergangenes Jahr hat Inge Welzig die Verantwortung an ihre Mitarbeiter abgegeben.
Welzig: "Das Schöne ist, es sind tolle Mitarbeiter da. Ursprünglich, wie ich angefangen hab, hat es drei Angestellte gegeben, jetzt sind es 27 Angestellte. Alle mehr als genug Arbeit haben und wirklich vollbeschäftigt sind und ich freue mich, dass das tolle Leute sind und dass ich das in Ruhe in andere Hände legen kann. Angefangen hat alles mit Igelarbeit, ich habe einen toten Igel im Garten gefunden, dann habe ich mich befasst und dann habe ich 15 Jahre lang Igelarbeit gemacht zu einer Zeit, wo sich noch kein Mensch ausgekannt hat."

Welzig nahm sich als erste in Tirol des Problems der frei lebenden Katzen an, bei Bauern galt es Überzeugungsarbeit zu leisten. Welzig: "Am Anfang war das extrem schwierig. Mir ist es wirklich passiert, dass ich mit der Heugabel attackiert worden bin, weil ich das Wort „Kastration“ in den Mund genommen hab. Und ich bin ganz stolz und glücklich, dass in Tirol inzwischen die normalsten Bauern selber sich um die Kastration kümmern." Welzig übernahm im Landhaus den Tier-Notruf, bekam dadurch viel Einblick und fühlte sich bald angestachelt, wie sie sagt, den Tierschutz umfangreich anzugehen.

Welzig: "Ich hab Vormittags ganz harmlos so als Sektretärin quasi angefangen und das ist ausgeartet, wie ich gesehen habe, da schlaft alles, in einer Woche ein Anruf und alles ist tot." Welzigs Lebenswerk ist geprägt von unermüdlichem Einsatz für Tiere und viel Verständnis für unterschiedlichste Positionen der Menschen.

Wildtierhilfe Wien

Wildtierhilfe in Wien: Denise Weber bietet mit ihren Vereinsmitgliedern rasche Hilfe für in Not geratene, kleine Wildtiere. In einer Großstadt kommt es zwischen Menschen und Wildtieren immer wieder zu Konfrontationen und Fehlverhalten. Wichtig ist es Weber gleich zu Beginn zu beurteilen, welche Tiere überhaupt Hilfe brauchen und welche gleich freigelassen werden können. Begonnen hat alles mit Fledermäusen.

Denise Weber: "…und sind dann über Freunde immer mehr auf andere Wildtiere aufmerksam gemacht worden, und man hat uns einfach dann andere Tiere in unsere Obhut überstellt sozusagen und es sind dann immer mehr geworden und dann haben wir gedacht, es ist vielleicht sinnvoll, einen Verein zu gründen, und das ist dann im November 2013 passiert." Bereits mehr als 1000 Tiere wurden heuer schon gepflegt. Darunter Singvögel und Eichhörnchen, die beim Baumschnitt verletzt wurden. Sie werden medizinisch versorgt, gepflegt und wieder ausgewildert.

Die zahlreichen Daten könnten auch der Wissenschaft dienlich sein. Denise Weber: „Für die Zukunft wünschen wir uns, dass wir einerseits eine Station errichten können, wo die Wildtiere zentral gepflegt werden, einerseits. Aber auch, dass man über diese Form von Tierschutz ein bisschen zum Artenschutz beitragen, weil wir ohne Tiere zu stressen an wichtige Daten herankommen."

Naturschutzzentrum Bruck an der Mur

Auffangstation für Wildtiere und Artenschutzprogramme Siegfried Prinz, Naturschutzzentrum Bruck/Mur: Beratungs- und Informationsstelle, Akademie für Natur & Ethik, Auffangstation für Wildtiere und Artenschutzprogramme. An die 500 Wildtiere werden jährlich im steirischen Natur- und Artenschutzzentrum Bruck an der Mur aufgenommen.

Vor mehr als 20 Jahren wurde das Zentrum von Siegfried Prinz mit freiwilligen Helfern in Eigenleistung maßgeblich vergrößert. Artgerechte Volieren wurden errichtet für geschützte Wildtiere, Jungtiere; Gehege für fehlgeprägte Tiere wie dieser Fuchs. Wenn das Auswildern nicht möglich ist, können sie auch in der Auffangstation bleiben. Siegfried Prinz: "Das Besondere am Weitental ist, dass wir natürlich alle Möglichkeiten haben und im Naturraum sind, und die Tiere auch ideal wieder auswildern können, und dass wir sehr viel Zugang haben von Menschen, Personen, es ist Graz nicht weit entfernt, es ist die Stadt Bruck, wir haben ein Hotel am Taleingang, und bekommen Besucher praktisch aus dem ganzen europäischen Raum und können Naturschutz hier auch und Tierschutz vermitteln."

Eine Akademie für Natur und Ethik wurde gegründet. Zur Zeit läuft ein größer angelegtes Artenschutzprogramm. Prinz: "Unser aktuelles Programm oder Artenschutzprogramm ist der Habichtskauz. Wir haben 70 Nisthilfen in der Stmk montiert. Mithilfe der Veterinärmedizin in Wien, die praktisch die Modellierung gemacht hat, wo praktisch der Habichtskauz auftauchen könnte, haben wir sie montiert, und wir versuchen jetzt den Habichtskauz auf diesem Weg heimisch zu machen."

Hubmann, Toni’s Freilandeier, Steiermark

Jährlich schlüpfen europaweit mehr als 300 Millionen männliche Küken, um danach sofort wieder zu sterben. Toni Hubmann: "Die männlichen Küken von Legehennenrassen werden getötet, weil sie in der Mast nicht wirtschaftlich sind." Der Pionier der Freilandhaltung Toni Hubmann startete deswegen vor zwei Jahren die Initiative Henne und Hahn, es geht ihm um ein Zweinutzungshuhn.

Die Idee dabei, Henne und Hahn gemeinsam großzuziehen. Mehrere alte Haushuhnrassen wurden wiederentdeckt und gekreuzt. Toni Hubmann: "Wir wollen keine Küken töten, deswegen haben wir mit dem Projekt Henne Hahn begonnen, wir haben da ein Zweinutzungshuhn, die Hennen legen Eier und der Junghahn wird gegessen. So wie vor 100 Jahren. Und mit diesem wollen wir sehr nachhaltig die Hühnerhaltung betreiben und produzieren jetzt Eier von einer Henne, wo der Hahn auch gemästet wird, und der Junghahn auch gegessen werden soll."

Fünf Hühnerställe gibt es auf Hubmanns Hof. Der Aufzucht- und Maststall wurde heuer im Juni mit 6000 Küken besetzt. Die 3000 Junghähne werden nach drei Monaten geschlachtet und als Bio-Junghahn aus bäuerlicher Freilandhaltung vermarktet. Ziel ist es, die Nachfrage weiter zu stärken.

Behinderter Hund "Na und"

Der Initiatorin des Vereins "Behinderter Hund–Na und?“ geht es darum, Hunden mit Handicap eine Stimme zu geben. Denn das Thema ist tabu. Katharina Hengl-Schmidl: "Es war eine Idee am Abend, wie man sie so schön hat, durch meinen ersten behinderten Hund Mr. Krummbein, hab dann meine Kollegin, die Steffi kontaktiert, die hat einen tauben Hund, und aus einer kleinen Initiative ist mittlerweile ein ansehnlicher Verein geworden, wir werden jeden Tag um Hilfe gebeten." Es war gar nicht so leicht, einen Hundetrainingsplatz zu finden, der mit dem Verein zusammenarbeiten wollte. Schließlich ergab sich eine Kooperation mit dem SVÖ Trumau südlich von Wien, hier können Experten die Tiere individuell untersützen.

Lilly: "Weil sie einfach nicht darauf schauen, ob der Hund groß, dick, schön klein ist, weil sie einfach helfen wollen, wo die anderen Menschen einfach nicht mehr helfen. Orthopädische Hilfsmittel kosten Geld. Wir prüfen Anträge auf finanzielle Unterstützung. Konnten schon einige Rollis finanzieren jetzt auch eine Physiotherapie und das ist uns sehr wichtig, damit die Hunde am Leben bleiben können und vor allem in ihrem zu Hause bleiben können." Der Verein, der ausschließlich ehrenamtliche Mitglieder hat, legt Wert auf die Vernetzung mit Tierärzten und Physiotherapeuten mit dem Ziel, das Thema behinderter Hund ethisch zu beleuchten und gesellschaftsfähig zu machen.

Iris Fritz-Pfeiffer, Biohof:

"Bei uns ist es so, dass die Kälber bei der Kuh bleiben und bei anderen Betrieben kommen sie nach der Abkalbung sofort in die Kälberbox und werden mit der Flasche gefüttert. Bei uns können die Kälber bei der Mutter selbst trinken, und die Kuh wird nur zum Melken in der Früh und am Abend in den Stall gebracht." Seit 2011 ist der Biohof so, wie sich die Familie es erträumt hat. Der Stall wurde zu einem Tiefstreustall mit Auslauf für Milchkühe und Jungvieh umgebaut. Iris Fritz-Pfeiffer integrierte kostensparend den Futtertisch im Altgebäude.

Der Fressplatz wird mit Elefantengras eingestreut. Biohof: Iris Fritz-Pfeiffer Iris Fritz-Pfeiffer: "In der Hand habe ich Elefantengras, das ist die Einstreu, es wird ganz klein gehäckselt, sehr saugfähig." Was ist ihr wichtig? Pfeiffer: "Also in erster Linie das Tierwohl, dass die Tiere artgerecht gehalten haben und genug Platz haben." In der Liegehalle steht mit 10 m² pro Kuh sehr viel Platz zur Verfügung. Die Kunst war es für den kleinen Betrieb mit 25 Rindern die Kosten für den Umbau möglichst gering zu halten und dabei zugleich maximalen Tierkomfort zu erreichen. Das Ergebnis: Bessere Tiergesundheit und eine Steigerung in der Milchleistung. Die Tiere danken die Investition auf ihre Weise.

Dogs in the City Sunny Benett:

"Hier sehen wir eines der extremsten Beispiele aus TV-Hundetraining. Hier wird ein Hund minutenlang zwanghaft unterworfen und man sieht die Zunge ist ganz blau bei diesem Tier. Man sieht auch so wie die Leine um den Hals geschlagen wurde, dass sie so eingestellt ist, dass sie den Hund würgt, und deswegen auch die blaue Zunge, die weit aufgerissenen Augen. Der Hund ist panisch."

Die Kynologin Sunny Benett analysiert beliebte TV-Hundetrainings, die auch bei uns im Fernsehen laufen und auf Youtube zu finden sind. Diese harmlosere Folge zitiert Benett in ihrer Diplomarbeit über strafbasiertes TV-Trainings. Benett: "Und hier haben wir zur Begrüßung gleich einmal einen Kick. Nun ich habe ja auch selber einen Medienhintergrund und bin auch als Hundetrainerin tätig.

Das heißt, ich merke die Effekte im deutschsprachigen Sprachraum ausgestrahlten TV-Trainings natürlich sehr stark und bin selbstverständlich sehr interessiert daran, das nachzuverfolgen um die Effekte der gezeigten Methoden mit zu analysieren." Benett will über Folgen des strafbasierten Trainings wie Frustration, Angst, erlernte Hilflosigkeit und erhöhte Aggressionsbereitschaft aufklären.

(„Hier!) Als Trainerin zeigt sie mitten in Wien, wie Hunde rein durch Belohnung erzogen werden können, so dass es auch auf der Straße zu möglichst wenig Konflikten zwischen Hund und Mensch kommt.

Zweitnutzungshuhn "Ja! Natürlich"

Ja! Natürlich: Gesamtprojekt zur Verbesserung der artgemäßen Tierhaltung und des Tierschutzes bei Bio-Legehennen unter besonderer Berücksichtigung der Aufzucht männlicher Küken. Diese Junghähne kommen im Alter von 4-5 Wochen in die Freilandhaltung. Bei dem "Ja! Natürlich" Projekt geht es darum, von einer Zucht, die auf eine optimale Eierproduktion der Hühner ausgelegt war, wegzukommen. Das ethische Problem besteht darin, dass Hähne dieser eilastigen Zuchtlinien zu wenig Fleisch haben, und die männlichen Küken deshalb gleich getötet werden.

Bei dem Projekt werden mehrere Zuchtlinien daraufhin getestet, welche sich am besten eignet, um Wohlbefinden, Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren. Dr. Andreas Steidl, Leiter Qualitätspolitik, Ja! Natürlich: "Mir geht’s darum, dass man nicht ein Zuchtziel alleine verfolgt, nur die Eierleistung, dann hat man die Situation, dass das männliche Küken kaum Fleisch ansetzt und nicht mehr mastfähig ist. Und hier haben wir eine Zweinutzungslinie, die sowohl Eier legt, etwas weniger als sonst, aber auch Fleisch ansetzen. Und das versuchen wir bei diesem Projekt hier zu machen neben weiteren Aspekten, die uns wichtig sind, dass die Tiere auch gut untergebracht sind und einen entsprechenden Schutz durch die Bäume haben.


Beim Gesamtprojekt geht es auch um die Verbesserung der artgemäßen Tierhaltung. Die Ausgestaltung der Ausläufe ist wichtig. Hühner hüpfen auf Strohballen und Äste, können sich artgerecht verhalten. Da die Hennen dieser Zuchtlinie weniger Eier legen, kostet ein Ei umgerechnet dreieinhalb Cent mehr. Ein Ziel ist es herausfinden, wie die Mehrkosten auf 2 Cent gesenkt werden können."

Tierlichtblick:

Linzer Tiertafel Die oberösterreichische Pfarre Linz- St. Peter hat eine Initiative gestartet, um Tierbesitzerinnen und Tierbesitzern zu helfen, die wenig Geld haben. Denn die Erfahrung ist, oft sparen sich arme Menschen das Geld vom Mund ab, um ihre Tiere nicht hungern zu lassen. Pfarrer Zeiger hat in Hamburg das Projekt Tiertafel kennengelernt und nach Österreich geholt. Der Fachausschuss "Schöpfungsverantwortung" setzt es mit ihm um. Sylvia Proyer, Tiertafel Linz St. Peter: "Sagen wir einmal: Sie sparen an sich selbst, um den Tieren Nahrung kaufen zu können. Und das hört man immer wieder, und es freut einen dann, wenn man diesen Leuten helfen kann."

Dagmar Wewerka, Tiertafel Mattighofen: "Zu uns ist eine Dame gekommen, da habe ich mich richtig geschreckt, wie ich die zum ersten Mal gesehen hab, die war nur mehr Haut und Knochen, hat uns dann erzählt, dass sie nicht das Geld hat, dass sie für ihren geliebten Hund das Futter kauft und gibt von ihrem Lebensmittel quasi dem Hund das Futter und sie verzichtet lieber auf ihr Essen. Und das war einfach schlimm. Also das kanns nicht sein." Eine Bedingung gibt es. Die Hilfesuchenden dürfen sich nicht noch mehr Tiere zulegen, als sie schon haben.

Franz Zeiger, Pfarrer: "Es war bisher immer so, dass wir genug gehabt haben, obwohl wir ja rein von Spenden leben. Wir sind angewiesen auf Privatpersonen und Firmen, die uns helfen. Das eigentliche Wunder für mich ist, dass das immer reicht."

Die Initiative hat sich bereits ausgeweitet, es gibt bereits drei Ausgabestellen. Anliegen des Projekts Tiertafel ist es auch, jenen Seniorinnen und Senioren bei der Vermittlung ihrer Tiere zu helfen, die sie nicht ins Pflegeheim mitnehmen dürfen.

Tierschutz Aktiv

Eri Rochowansky wird in Kärnten immer dann gerufen, wenn es Probleme mit streunenden Katzen gibt. Bei einem Hof in der Nähe des Keutschacher Sees hat sie eine Katzenfalle aufgebaut. Die scheuen Tiere werden eingefangen, kastriert und wieder in ihrer gewohnten Umgebung freigelassen. Rochowansky: "Wir können nur dort helfen, wo eben jemand ist, der sich der Tiere angenommen hat und dort helfen wir und das machen wir gerne und es ist jeder froh, wenn ma das fertig haben, die Vermehrung nicht mehr ist, dann ist das Füttern kein Problem mehr und dann macht es ihnen auch mehr Spaß und die Anrainer, die sich ja auch immer wieder beschweren, die sind dann auch beruhigt."

Ingeborg Pitschek, Schiefling am Keutschacher See: "Es hat niemand was getan bis jetzt, ich hab angefangen, im Telefonbuch eine Nummer heraussuchen und haben eben eine Nummer gekriegt von der Frau Eri, der ich sehr dankbar, tausendmal dankbar bin, dass sie hergekommen ist, mir so viel Katzenfutter gebracht hat später, also das ist das Tollste, was es gibt.“

18 Jahre ist Rochowansky schon aktiv, zahlt das meiste aus der eigenen Tasche. An die 6.000 Katzen hat sie bisher eingefangen und nach Kastration und tierärztlicher Versorgung wieder ausgewildert. Eri Rochowansky: "Mehr Junge überleben. Früher war es so, die Herbstwürfe sind alle gestorben, kann man sagen. Das ist jetzt auch nicht mehr so, die überleben auch, aber so graupert dahin. Wir haben schon im Jänner Junge, im Februar Junge, was früher nicht war. Also mir tut das dermaßen weh. Und wir können eben durch das Kastrieren dem Elend Einhalt gebieten und das hat mich das bisher 18 Jahre machen lassen. Und wenn’s mir gut geht, weitere lange Zeit."

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