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- 6 Service
Hauptinhalt:
Gelsen Monitoring
- Allgemeine Information - Gelsen Monitoring
- Vektoren im humanmedizinischen Bereich
- Vektoren im veterinärmedizinischen Bereich
- Österreichweites Gelsen-Monitoring der AGES
Allgemeine Information - Gelsen Monitoring
Die AGES führt seit 2011 ein Gelsen-Monitoring in Österreich durch, um die Ausbreitung exotischer Stechmücken und neuer Krankheitserreger zu überwachen. Seit zehn Jahren treten Stechmücken (Culicidae, Gelsen) als potentielle Überträger von für Mensch und Tier krankmachende Viren nördlich des Mittelmeerraums vermehrt in Erscheinung. Klimawandel, Reisen und weltweiter Handel gelten als Ursache der Ausbreitung von Gelsen-Populationen im Übergangsbereich von Südost- und Mitteleuropa, insbesondere entlang der großen Wasserstraßen wie z.B. der Donau. Es gilt, sich auf dieses Szenario vorzubereiten und geeignete Methoden und Maßnahmen der Prävention zu entwickeln.
zum SeitenanfangVektoren im humanmedizinischen Bereich
Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) misst den durch Stechmücken übertragenen Krankheiten große Bedeutung zu. 2012 werden daher eigene "Mosquito guidelines" ausgearbeitet. Damit sollen die EU-Mitgliedsstaaten bei der Erstellung von Überwachungsprogrammen unterstützt und deren Datenmeldung harmonisiert werden. Hintergrund für diese Maßnahme sind in Europa erworbene, also nicht nach einer Reise aufgetretene, Fälle von Dengue- und Chikungunya-Fieber in Gegenden in Europa, in denen die Vektoren (= Überträger) Aedes albopictus bereits nachgewiesen wurden. Ziel ist es, die europaweite Überwachung exotischer Stechmückenarten wie Aedes albopictus, Aedes aegypti, Aedes atropalpus, Aedes japonicus, Aedes koreicus und Aedes triseriatus zu verstärken.
zum SeitenanfangVektoren im veterinärmedizinischen Bereich
Bereits im Zuge der "Bluetongue Überwachung Österreich 2007-2010" wurden in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und dem Naturhistorischen Museum Wien (NHM) eine Gnitzenzählung durchgeführt. Ziel war es, die Bluetongue-Erkrankungen (Blauzungenkrankheit) – eine bei Rind, Schaf und Ziegen auftretende Viruserkrankung – frühzeitig zu erkennen und das Auftreten der krankheitsübertragenden Insekten wissenschaftlich zu erfassen. Die Blauzungenkrankheit (BT) ist eine Tierseuche, die bis zu einem Ausbruch 2006 in den Niederlanden (später in weiten Teilen Europas u.a. auch in Österreich) nur in südlichen Ländern von Bedeutung war. Durch die österreichische Erhebung finden sich zahlreiche Belege für das Auffinden bisher in Österreich nicht heimischer Stechmücken und Gnitzen. Durch veterinärmedizinische Maßnahmen gilt Österreich seit März 2011 wieder als BT-frei. Ende 2011 ist mit dem Schmallenberg-Virus, das für schwere Fehlbildungen bei Lämmern, Kälbern und Zicklein verantwortlich ist, eine weitere von Gelsen übertragene Tiererkrankung neu in Europa aufgetaucht. Eine Ansteckung von Menschen ist bei beiden Virusinfektionen nicht möglich.
zum SeitenanfangÖsterreichweites Gelsen-Monitoring der AGES
In Österreich gab es wenige Informationen über die Ausbreitung und Ansiedlung exotischer Stechmücken. Aus diesem Grund wurde von der AGES ein Gelsen-Monitoring zur Überwachung von Vektoren (= Überträgern) von humanpathogenen Viren wie z.B. dem West Nil (WNV), Dengue oder Chikungunya aufgebaut. Weiters werden in Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien die gefundenen Vektoren auch auf durch Stechmücken übertragene bakterielle Erkrankungen wie die Tularämie („Hasenpest“) und parasitäre Erkrankungen wie Leishmaniose (durch Sandfliegen übertragen) untersucht. Mit dem Programm werden an vordefinierten Standorten Stechmücken gesammelt, klassifiziert und mittels molekularbiologischen Methoden gezielt die Durchseuchungsrate der Gelsenbestände mit den oben genannten Erregern bestimmt. Anhand der gefundenen Stechmückenarten und des möglichen Nachweises humanpathogener Viren stehen Informationen zur Verfügung, die über das Risiko der Übertragung Auskunft geben und so gegebenenfalls weitere gezielte Abklärungsmaßnahmen ermöglichen.
In allen neun Bundesländern werden an bislang 37 ausgewählten Standorten im Kulturland (Landwirtschaft) Gelsen mittels speziellen Fallen gesammelt. Die angestrebte Menge liegt bei etwa 5.000 Exemplaren pro Jahr. Besonderes Augenmerk gilt der Suche nach den Arten Aedes japonicus (Asiatische Buschmücke) oder Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke). Die Fallen-Standorte wurden österreichweit insbesondere entlang der üblichen Verbreitungsgebiete an Flüssen und Seen gewählt:
- im Osten entlang der Donau, March undThaya sowie in der Region Neusiedler See
- im Süden entlang der Mur und Drau sowie in der Grenzregion zu Slowenien
- im Westen in Seengebieten und höher gelegenen Regionen
In Österreich gibt es derzeit ca. 40 verschiedene Gelsen-Arten aus sechs verschiedenen Gattungen. Von den 2011 im Rahmen des AGES-Monitorings im Sommer und Spätherbst gesammelten 4.184 Gelsen waren 3.673 (über 90 Prozent) den heimischen Haus-Gelsen Culex pipiens zuzuordnen. Ein Nachweis der gesuchten exotischen Stechmücken und neuartiger Krankheitserreger liegt bislang nicht vor.
Die Zahl der Gelsen-Fallen soll in Zusammenarbeit mit den Landesbehörden und dem Bundesministerium für Gesundheit weiter optimiert und so das Monitoring verfeinert werden. (11.05.2012)
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