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Studie zur Patientenverfügung

Die Studie "Rechtliche Rahmenbedingungen und Erfahrungen bei der Umsetzung von Patientenverfügungen" ergab, dass sowohl auf Seiten der Angehörigen der Gesundheitsberufe als auch in der österreichischen Bevölkerung ein hoher Informationsbedarf herrscht, was die Patientenverfügung betrifft, erklärt Gerhard Aigner, Sektionsleiter im Bundesministerium für Gesundheit bei der Präsentation.

Die Hälfte der österreichischen Bevölkerung weiß gar nicht, oder nicht genau, was eine Patientenverfügung ist. Wie die Ergebnisse der empirischen Erhebung zeigen, ist der Unterschied zwischen verbindlicher und beachtlicher Patientenverfügung wenig bekannt. Darüber hinaus gibt es geringe Kenntnis der Alternativen zur Selbstbestimmung, wie die Vorsorgevollmacht, die Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger, die Sachwalterverfügung und die Konsequenzen bei Fehlen einer Vorsorge.

Patientenverfügung ist wichtiger Schritt für Patientenrechte

„Die Stärkung des individuellen Willens von Patientinnen und Patienten für Behandlungsentscheidungen ist ein wichtiger Schritt im Sinne von Patientenrechten", erklärt Ulrich Körtner, Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin an der Universität Wien und Leiter des Studienprojekts. "Die Studie zeigt jedoch eine Tendenz zu einer Entscheidungsdelegation an Ärztinnen und Ärzte und an Angehörige. Es wäre zu diskutieren, ob das jetzige Maß an Autonomie bei Behandlungsentscheidungen für viele Menschen ohne eine entsprechende Unterstützung eine Überforderung oder gar eine Zumutung bedeutet", so Körtner. Die Studie wurde durchgeführt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit.(16.12.2014)

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