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Blut, Gewebe, Organe
Blut, Gewebe und Organe können die gesamte Bevölkerung entweder als Spender und Spenderinnen oder als Empfänger und Empfängerinnen betreffen. Ihr Einsatz ist aus der modernen Medizin kaum mehr wegzudenken und hat in vielen Bereichen völlig neue Therapiemöglichkeiten eröffnet.
Nicht ausschließbare Restrisiken
Dennoch bestehen bei diesen biologischen Produkten (Blut und Blutkomponenten, Gewebe, Zellen und Organen) trotz aller Sicherheitsmaßnahmen grundsätzlich be-stimmte Restrisiken im Hinblick auf mögliche Unverträglichkeiten (z.B. Immunmodu-lation, Abstoßungsreaktion, u.a.m.) oder auf eine Übertragung von Infektionskrank-heiten. Ihnen ist durch eine strenge Indikationsstellung sowie weitere, im Folgenden angeführte, Maßnahmen Rechnung zu tragen.
Vorrang der Qualität
Bei der Beschaffung, Verarbeitung, Lagerung, Verteilung und Anwendung von Blut und Blutprodukten, Geweben und Zellen sowie menschlichen Organen steht die Qualität an erster Stelle. Darunter sind in diesem Zusammenhang insbesondere die
- Produktsicherheit,
- Behandlungsqualität und Sicherheit des Empfängers,
- Dokumentations- und Datenqualität,
- Spendersicherheit
zu verstehen.
"Produktsicherheit" bezieht sich hierbei auf
- die Risikominimierung zur Vermeidung der Übertragung von Infektions-krankheiten (wie z.B. Hepatitis, HIV oder Syphilis),
- die Sicherstellung optimierter und laufend kontrollierter höchster Hygiene- und Produktionsstandards, sowie nicht zuletzt auf
- Maßnahmen zur Erreichung der bestmöglichen Verträglichkeit dieser biologischen Produkte. Auch die sorgfältige Spenderauswahl ist hier von großer Bedeutung, da sie die Spender-, Produkt-, und Empfängersicherheit maßgeblich mitbeeinflusst.
"Empfängersicherheit" umfasst insbesondere folgende Elemente:
- strenge Indikationsstellung,
- hohe Behandlungsqualität, sowie
- situationsgerechtes Verhalten des medizinischen Fachpersonals bei uner-warteten unerwünschten Reaktionen und Ereignissen. Basierend auf einer strengen Indikationsstellung tragen eine hohe Behandlungs¬qualität und situationsgerechtes Verhalten bei unerwarteten unerwünschten Reak¬tionen und Ereignissen entscheidend zum Heilungserfolg des Empfängers bei.
"Dokumentation und Datenqualität" beziehen sich auf
- den Spender und seinen Gesundheitsstatus (Rückverfolgbarkeit, allfällige Veränderungen des Gesundheitsstatus bei Lebendspendern, etc.)
- auf das Produkt (Blut, Gewebe, Organe) und schließlich auf
- den Krankheitsverlauf des Empfängers (Krankengeschichte).
"Spendersicherheit"
Die "Spendersicherheit" beinhaltet einerseits alle Maßnahmen zur Gewährleistung einer größtmöglichen Sicherheit der Blut-, Gewebe- bzw. Organspende (Spender-auswahl und -befragung, medizinische Untersuchungen; Abfrage des österreichischen Widerspruchsregisters, etc.) und andererseits die optimale Betreuung des Spenders im Falle von Blutspenden bzw. Lebendspenden von Geweben bzw. Organen vor, während und nach der Spende.
Versorgungslage Bei der Versorgung mit diesen Produkten bestehen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bereichen (Blut, Gewebe und Zellen sowie Organe). Während die Versorgung mit Blut und Blutprodukten traditionell in Österreich einen hohen Stellenwert hat und auf qualitativ hohem Niveau ausreichend gesichert erscheint, kann der Bedarf an menschlichen Geweben, Zellen und Organen − trotz aller Bemühungen, auch in diesem Bereich eine optimale medizinischen Behandlung der betroffenen Patienten sicherzustellen − zum Teil noch nicht ausreichend gedeckt werden.
- Verordnung Einrichtung einer Blutkommission (PDF 28 KB)
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Abschlussbericht "Albovina" (illegaler Handel mit Plasma und Plasmaprodukten) (PDF 585 KB)
Ein Bericht über ein Gerichtsverfahren betreffend illegalen Handel mit Plasma und Plasmaprodukten, das nach 11 Jahren durch Verurteilungen der Verdächtigten abgeschlossen werden konnte, kann hier heruntergeladen werden.
Englischsprachige Website der EU zum Thema Blut, Gewebe und Organe


