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Anzeige übertragbarer Krankheiten - Epidemiologisches Meldesystem (EMS)

Anzeige übertragbarer Krankheiten - Epidemiologisches Meldesystem (EMS)

Die routinemäßige Erfassung und Weiterleitung qualitativer Daten über das zeitliche und räumliche Auftreten von Infektionskrankheiten bietet einen Überblick über die epidemiologische Lage und ist Voraussetzung für die Planung von Präventivmaßnahmen. Bei Krankheitsausbrüchen ist die rasche Verfügbarkeit von verlässlichen Daten zur Erhebung der Infektionsquelle und der Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen eine absolute Notwendigkeit. Die gesetzliche Verpflichtung zur Überwachung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten durch die Gesundheitsbehörden mittels Epidemischem Meldesystem (EMS) ist in mehreren Bundesgesetzen festgelegt.

Durch ein klar geregeltes Berechtigungssystem ist sichergestellt, dass die Daten nur von den zuständigen Behörden (Bezirkshauptmannschaften/Magistrate) zur Erhebung und Maßnahmensetzung bzw. in anonymisierter Form für Auswertungen, Prävention und Kontrolle von übertragbaren Infektionskrankheiten (Landessanitätsdirektionen bzw. Bundesministerium für Gesundheit) eingesehen werden können. Ein Zugriff ist nur innerhalb des Portalverbundes auf Behördenebene möglich. Alle Datenzugriffe werden zudem protokolliert und sind dadurch jederzeit nachvollziehbar.

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Meldepflicht für Labore

Seit 1.1.2014 besteht eine elektronische Meldepflicht über sämtliche laut Epidemiegesetz meldepflichtigen übertragbaren Krankheiten für alle österreichischen Labore. Dies betrifft auch Labore in Krankenanstalten (siehe BGBl. II Nr. 184/2013, Elektronische Meldungen in das Register anzeigepflichtiger Krankheiten).

Die elektronische Meldung erfolgt an das Epidemiologische Meldesystem (EMS) und steht dort den zuständigen Behörden (Bezirkshauptmannschaft, Magistrat, Landessanitätsdirektion) zur Verfügung.

Einhaltung der elektronischen Labormeldepflicht

Meldemöglichkeit 1 – Meldung über eine Web-Eingabemaske:

Das BMG stellt eine Web-Eingabemaske zur Verfügung, über die meldepflichtige Erkrankungen an das Epidemiologische Meldesystem gemeldet werden können. Mit dieser Meldungseingabe hat das Labor seine Meldepflicht laut Epidemiegesetz an die zuständige Bezirkshauptmannschaft bzw. das zuständige Magistrat erfüllt und muss diese nicht mehr gesondert verständigen.

Berechtigung anfordern:

Für den Zugriff auf die Web-Eingabemaske ist ein Zertifikat erforderlich, das unter folgender Adresse beantragt werden kann: https://gdacertificate.ehealth.gv.at/. Das Zertifikat ist auf allen Computern zu installieren, von denen aus Meldungen erfolgen sollen. Alle weiteren Informationen für die Antragstellung erhalten sie unter SOP für Labors. Die Web-Eingabe zur elektronischen Labormeldung (inklusive Handbuch für BenutzerInnen) ist unter https://ems-labor.ehealth.gv.at/input/ erreichbar.

Meldemöglichkeit 2 – Meldung über eine Systemschnittstelle:

Sie können die Meldungen an das EMS direkt aus dem eigenen Laborinformationssystem über eine anbieterunabhängige Schnittstelle übermitteln. Die für die Meldung erforderlichen Daten können direkt aus dem eigenen System übernommen und in einem standardisierten Datenformat (XML) an das EMS übermittelt werden.

Variante a (bevorzugt):

An einem aktualisierten Schnittstellenformat, basierend auf den aktuellsten Entwicklungen im Rahmen ELGA und den damit verbundenen Standards wie HL7, wird derzeit noch gearbeitet. Eine Vorabversion kann demnächst auf der Website der HL7-Austria abgerufen werden bzw. steht unter https://ems-labor.ehealth.gv.at/input/Dokumente.aspx zur Verfügung. Mit einer offiziellen Version ist Ende November oder Anfang Dezember 2013 zu rechnen.

Variante b (historisch):

Um für die im Testbetrieb automatisch übermittelnden Laboren Investitionsschutz zu gewährleisten, bleibt zusätzlich auch diese Schnittstelle mit gleicher Funktionalität, allerdings nicht HL7-konform, bis auf weiteres verfügbar. Siehe Schnittstellenbeschreibung: https://ems-labor.ehealth.gv.at/input/Dokumente.aspx.

Laboren, die sich für die Meldung über eine Systemschnittstelle entscheiden, steht es frei, das bestehende Schnittstellenformat (Variante b) umzusetzen oder die Aktualisierung (Variante a) abzuwarten und bis dahin über die Web-Eingabemaske zu melden.

Durch die Vergabe und den Einsatz von Zugangszertifikaten sowie von User-IDs und Passworten im Rahmen des Laborauthentifizierungs- und Laboranbindungsprozesses erfolgt die Datenübertragung in allen Fällen verschlüsselt und sicher im Sinne der entsprechenden Bestimmungen des  Gesundheitstelematikgesetzes.

Kontaktadressen für Rückfragen:

Für Rückfragen kontaktieren Sie die EMS-AnsprechpartnerInnen in Ihrem jeweiligen Bundesland.

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Meldungen von Ärztinnen und Ärzten

Seit 1.1.2014 kann die Meldung von meldepflichtigen übertragbaren Krankheiten durch Ärztinnen und Ärzte auch elektronisch erfolgen (BGBl. II Nr. 200/2013, Elektronische Meldungen von Ärztinnen/Ärzten und Krankenanstalten in das Register anzeigepflichtiger Krankheiten). Neben der elektronischen Meldemöglichkeit kann die Bekanntgabe von meldepflichtigen übertragbaren Krankheiten an die zuständige Bezirkshauptmannschaft oder das zuständige Magistrat weiterhin mittels Papier oder Fax erfolgen (siehe Formulare für Anzeige übertragbarer Krankheiten).

Übermittlung von elektronischen Meldung von Ärztinnen und Ärzte:

Das BMG stellt eine Web-Eingabemaske zur Verfügung, über die meldepflichtige übertragbare Erkrankungen an das EMS gemeldet werden können. Mit dieser Meldungseingabe hat die Ärztin od. der Arzt bzw. die Krankenanstalt die Meldepflicht laut Epidemiegesetz an die zuständige Bezirkshauptmannschaft bzw. das zuständige Magistrat erfüllt und muss diese nicht mehr gesondert verständigen. Der Zugriff auf die Web-Eingabemaske erfolgt im Rahmen des e-Card Netzes. Den Link zur Web-Eingabemaske sowie weitere Informationen wie z.B das Benutzerhandbuch für die Meldungseingabe stehen unter https://bmg.ehealth.gv.at/ zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass der Zugriff auf die Web-Eingabemaske zur elektronischen Meldung von Ärztinnen und Ärzten aus Sicherheitsgründen nur über Computer, die sich im e-Card Netz/SVC-Netz befinden, möglich ist.

Kontaktadresse für Rückfragen:

(1.7.2014)

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Informationen

Weiterführendes zum Epidemiologischen Meldesystem für spezifische Berufsgruppen:

Ärzte/Ärztinnen