Hauptinhalt:

Shigellose

Die Shigellose wird auch Bakterien-Ruhr oder Shigellenruhr genannt. Sie ist eine durch Bakterien verursachte Durchfallerkrankung des Menschen.

Vorkommen

Shigellen sind weltweit verbreitet. Sie kommen vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten vor. Infektionen treten meist in warmen Jahreszeiten auf, wobei Kinder am häufigsten betroffen sind.

Infektionsweg

Die Verbreitung von Shigellen erfolgt meistens von Mensch zu Mensch (fäkal-oral) durch Kontakt, in seltensten Fällen über fäkalkontaminierte Lebensmittel oder Wasser (auch über kontaminiertes Badewasser). Fliegen sind an der Erregerverbreitung beteiligt. Die Infektion durch Lebensmittel ist insbesondere in wärmeren Ländern von Bedeutung, wenn die Lebensmittel unter schlechten hygienischen Bedingungen hergestellt werden.

Zeit von Kontakt mit dem Erreger bis zur Erkrankung (Inkubationszeit)

Die Inkubationszeit beträgt selten mehr als 12-96 Stunden. Die Erreger werden während der akuten Erkrankung und auch noch daran anschließend (1-4 Wochen) mit dem Stuhl ausgeschieden.

Krankheitserscheinungen (Symptomatik)

Erkrankte Menschen leiden an starken Durchfällen (bis 30 Stuhlentleerungen pro Tag) mit schleimig, blutigem Stuhl, Bauchkrämpfen und Fieber.

Diagnostik

Der Erregernachweis erfolgt vorwiegend aus Enddarmabstrichen.

Behandlung

Eine Antibiotikatherapie empfiehlt sich. Darüber hinaus erfolgt eine symptomatische Therapie mit Flüssigkeitsersatz.

Vorbeugung und Bekämpfung

Die grundlegende Vorbeugung sind Hygienemaßnahmen, wie etwa Sauberkeit bei Trinkwasser- und Nahrungsmittelzubereitung, regelmäßige Händedesinfektion sowie Fäkalienbeseitigung. In Gebieten, in denen die Erreger vorkommen, ist das Wasser vor dem Trinken abzukochen, Obst und Gemüse zu schälen und ebenfalls abzukochen. Die Speisen sollten nur in gut durchgegartem Zustand verzehrt werden.

Präventive Maßnahmen

Grundlage der Verhütung sind hygienisch einwandfreie Bedingungen (persönliche Hygiene, Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene, Hygiene in Gemeinschaftseinrichtungen, Verhütung des Fliegenbefalls). Da die Übertragung in der Regel durch direkten Kontakt von Mensch-zu- Mensch erfolgt, ist eine wirksame Händehygiene zur Vermeidung von fäkal-oralen Schmierinfektionen die entscheidende präventive Maßnahme. In Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen gilt zur Vermeidung von Infektionen durch kontaminiertes Wasser oder ungekochte Speisen (z.B. Salate) die Regel „Peel it, boil it, cook it or forget it.“ („Dass Dich nicht der Durchfall quält, sollst Du Trinken oder Essen, was erhitzt, gekocht, geschält, und das andere vergessen!“)

Maßnahmen für PatientInnen und Kontaktpersonen

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist zur Vermeidung von Folgeinfektionen von großer Bedeutung. Während der gesamten Erkrankungsdauer soll eine laufende Desinfektion aller Gegenstände und Flächen durchgeführt werden, die mit infektiösen Ausscheidungen des Kranken in Berührung gekommen sein können. Ausscheidungen, die nicht über ein reguläres Abwassersystem entsorgt werden können, sind ebenfalls zu desinfizieren. Die laufende Desinfektion findet auch bei Ausscheidern Anwendung. Leib- und Bettwäsche, Taschen- und Handtücher sind im Kochwaschgang, mindestens jedoch bei 60° C, zu waschen. Bei nicht hitzebeständiger Wäsche oder falls Maschinenwäsche nicht möglich ist, ist die Wäsche 12 Stunden in geeignete Desinfektionslösungen einzulegen und anschließend wie normale Haushaltswäsche zu waschen. Toilettensitz, Toilettendeckel sowie Bettgestell, Waschbecken und Badewanne sind in Gesundheitseinrichtungen täglich zu desinfizieren.

Bei der Händehygiene wird das gründliche Händewaschen mit Wasser und Seife ergänzt durch eine Händedesinfektion, bei der eine intensive Benetzung der Hände mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel erforderlich ist (Anwendungshinweise des Herstellers sind zu beachten). Im häuslichen Bereich sind Hände- und Toilettenhygiene ausreichend.

Downloads:

Link

Zusatzinformationen: