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Ebola

Was ist Ebola?

Eine Ebola-Viruserkrankung ist eine schwere Erkrankung, die durch das Ebola-Virus verursacht wird und oft tödlich verläuft. Das Ebola-Virus gehört zur Familie der Filoviren, welche in die Gattungen der Marburg-, Cueva- und Ebolaviren (5 Unterarten: Zaire, Sudan, Reston, Tai Forest und Bundibugyo) gegliedert werden. Die Krankheit betrifft Menschen sowie Primaten (Affen, Gorillas und Schimpansen) und andere Tiere (z.B. Busch-Antilopen). Der Ursprung des Virus ist unbekannt. Nach dem heutigen Wissensstand wird angenommen, dass Flughunde die Wirte für das Virus sind.

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Wie werden Menschen durch das Virus angesteckt?

Übertragen wird die Krankheit durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Speichel, Urin, Stuhl, Samenflüssigkeit) - lebender oder toter - infizierter Menschen oder wildlebender Tiere (Affen, Fledermäusen, Waldantilopen).
Eine Ansteckung ist auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer erkrankten Person bis zu neun Monaten nach deren Genesung möglich (ECDC).

Derzeit werden Studien hinsichtlich möglicher Spätfolgen bei Ebola-Überlebenden durchgeführt (ECDC Risk Assessment).

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Was sind die typischen Symptome der Krankheit?

Symptome einer Ebola-Viruserkrankung zeigen sich zwei bis 21 Tage nach Ansteckung mit plötzlichem Fieberanstieg, Muskelschmerzen, starken Kopf- und Bauchschmerzen. Das nächste Stadium der Erkrankung wird von Erbrechen, Durchfall, Ausschlag und einer Leber- und Nierenfunktionsstörung begleitet. In manchen Fällen kann es auch zu starken inneren und äußeren Blutungen und einem Multiorganversagen kommen. Die Patientin  bzw. der Patient ist erst ansteckend, sobald die ersten Symptome auftreten. Die Krankheit kann nur durch Labortests bestätigt werden.

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Wie erfolgt die Behandlung?

Um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, sollen alle Verdachtsfälle sowie erkrankte Personen isoliert werden. Schwer erkrankte Patientinnen und Patienten werden intensiv medizinisch betreut.

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Kann die Krankheit verhindert werden?

Derzeit gibt es keine speziell gegen eine Ebolavirus-Erkrankung zugelassene Impfung oder Therapie. Sicherheitsstudien für Impfstoffe und Medikamente sind derzeit im Laufen. Bei der WHO-Konferenz im November 2014 in Genf wurden die für Ebola in Betracht kommenden Impfstoffe, Therapien und Medikamente diskutiert und bewertet.

In Guinea und Sierra Leone werden derzeit Tests mit dem Impfstoff rVSV-ZEBOV in Form von sogenannte "Ringimpfungen" durchgeführt. Dabei werden alle Kontaktpersonen einer an Ebola erkrankten Person geimpft, um einen Immunitätsring zu schaffen. Zwischenergebnisse zeigen, dass der Impfstoff vor einer Ansteckung mit Ebola schützt. Außerdem wird ein neu entwickelter Ebola-Schnelltest zur raschen Diagnose eingesetzt.

Für Personen, die in betroffenen Gebieten leben oder in betroffene Gebiete reisen, ist das Risiko einer Infektion mit dem Ebola-Virus sehr gering, außer wenn die Person in direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines erkrankten Menschen oder eines erkrankten Tieres kommt. Bei Besuchen von FreundInnen und Verwandten in den betroffenen Ländern ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung aufgrund eines engeren Kontakts mit der lokalen Bevölkerung höher. Bei flüchtigem Kontakt mit nicht krank erscheinenden Menschen an öffentlichen Orten wird die Krankheit nicht übertragen. Beispielsweise besteht keine Infektionsgefahr beim Hantieren mit Münzen und Bargeld, beim Einkaufen oder im Schwimmbad. Das Ebola-Virus wird durch Seife, Bleiche (Natriumhypochlorit), Sonnenlicht oder Trockenheit abgetötet. Das Ebola-Virus wird nicht von Moskitos übertragen. Ebenso wird das Virus nicht wie die Grippe durch die Luft übertragen.

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Ist es sicher während eines Krankheitsausbruchs zu verreisen?

Ihr Risiko mit dem Ebola-Virus in Kontakt zu kommen ist extrem gering. Durch Einhaltung folgender Präventivmaßnahmen sollte das Risiko einer Infektion in den betroffenen Gebieten ausgeschlossen werden können:

  • Reisende sollten jeden Kontakt zu Erkrankten vermeiden
  • Vermeiden Sie direkten Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten von Patienten oder Leichen und mit möglicherweise kontaminierten Gegenständen
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit – lebenden oder toten – Wildtieren und den Verzehr von "Buschfleisch"
  • Vermeiden Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer erkrankten Person bis zu neun Monaten nach deren Genesung
  • Regelmäßiges Händewaschen mit Seife oder Desinfektionsmittel
  • Beim Verreisen in die Seuchengebiete sollte man auf allfällige Symptome achten und beim leisesten Verdacht medizinische Hilfe aufsuchen.
  • In Gesundheitseinrichtungen besteht ein erhöhtes Risiko an Ebola zu erkranken. Es wird angeraten
    • sich über geeignete Gesundheitseinrichtungen im Land bei einheimischen Freundinnen/Freunden, Kolleginnen/Kollegen oder Verwandten zu informieren;
    • sicherzustellen, dass Ihre Reiseversicherung im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls die Kosten für den erforderlichen Rücktransport übernimmt.

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Ist der Kontakt mit Personen gefährlich, die als medizinische Helfer/innen in Westafrika tätig waren?

Seit Beginn des Ebola-Einsatzes in Westafrika haben Hilfsorganisationen Maßnahmen etabliert, um entsandte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

  • vor einem Kontakt mit dem Ebola-Virus zu schützen,
  • den Gesundheitszustand der Zurückkehrenden zu überwachen und
  • das Risiko einer weiteren Verbreitung der Erkrankung zu verhindern.

Für Personen, die von einem Einsatz zurückkehren, gelten spezielle Vorschriften, die das Verhalten während der 21-tägigen Inkubationszeit regeln. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nach ihrer Rückkehr einer medizinischen Untersuchung sowie strengen Nachkontrollen unterzogen. Zudem werden zurückgekehrte Personen angehalten, in der 21-tägigen Frist soziale Kontakte zu beschränken und die Körpertemperatur regelmäßig zu messen.

Erst ab dem Moment, in dem jemand Ebola-Symptome zeigt, besteht eine Ansteckungsgefahr. Sollten bei einer zurückgekehrten Person Symptome auftreten, ist diese angewiesen, sich umgehend bei ihrer Gesundheitsbehörde zu melden. Diese wird umgehend entsprechende Maßnahmen einleiten.

(6.11.2015)

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