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Studie: Identifizierung genetischer Risikofaktoren zur Früherkennung und Prognose des Prostatakarzinoms mittels SNP Microarrays

Die im Auftrag des BMG verfasste Studie mit dem Titel "Identifizierung genetischer Risikofaktoren zur Früherkennung und Prognose des Prostatakarzinoms mittels SNP Microarrays" wurde von ao. Prof.in Dr.in Andrea Gsur vom Institute of Cancer Research, Department of Medicine I - Medical University of Vienna, erstellt und erschien im September 2012.

(18.09.2012)

Zusammenfassung

Das Prostatakarzinom ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Der derzeit einzige klinisch angewandte Biomarker für diese Krebsart ist das Prostata-spezifische Antigen (PSA), welches jedoch sehr unspezifisch ist.

Eines der Hauptprobleme im Management des Prostatakarzinoms ist das Fehlen genetischer Marker (Biomarker), die zum Zeitpunkt der Diagnose anzeigen, ob ein Krebsherd harmlos bleiben wird oder aggressiv wächst und sich mit Metastasen im Körper auszubreiten droht. Bei Patienten mit langsam wachsenden Prostatakarzinomen wäre oft ein beobachtendes Abwarten besser angebracht als ein chirurgischer Eingriff, der einen negativen Effekt auf die Lebensqualität haben kann.

Ziel dieses Projektes war es daher, mithilfe der DNA-Chiptechnologie genetische Marker zu finden, die sowohl ein erhöhtes Prostatakarzinomrisiko als auch eine aggressive Form des Prostatakarzinoms zum Zeitpunkt der Diagnose anzeigen können.

Am Institut für Krebsforschung wurde eine DNA-Bank angelegt, die etwa 2.000 DNA-Proben von Patienten mit Prostatakarzinom und Probanden einer gesunden Vergleichsgruppe umfasst. Mittels einer neuen DNA-Chiptechnologie, die es ermöglicht mit Hilfe eines einzelnen Chips 1,8 Millionen genetische Varianten eines Patienten gleichzeitig zu bestimmen, wurden aus dieser DNA-Bank im ersten Schritt insgesamt 250 DNA-Proben, bestehend aus 168 Prostatakarzinompatienten und 82 Kontrollpersonen, untersucht. Um die statistische Power zu erhöhen wurden noch weitere 200 DNA Proben untersucht. Da die Anzahl der eingesetzten DNA-Chips statistisch gesehen trotz allem relativ gering war, konnten keine signifikanten genetischen Marker identifiziert werde. Daher sollen die DNA-Chip Daten von 884 Kontrollen aus der „Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg" (KORA) in die Berechnung mit einbezogen werden, um so die Zahl der Studienteilnehmer auf 1.334 zu steigern.

Um geeignete genetische Marker identifizieren zu können, muss die DNA vieler hunderter bis tausender Patienten mit der von ebenso vielen Kontrollpersonen verglichen werden. Deshalb sollen die im Zuge des gegenständlichen Projektes erhobenen Daten mit den Ergebnissen anderer Forschungsgruppen in einer Metanalyse ausgewertet werden, um schlussendlich diagnostische Biomarker für eine aggressive Form des Prostatakarzinoms identifizieren zu können.

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