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Report for underpinning of the Austrian import bans for the oilseed rape lines Ms8xRf3 & GT73 under particular consideration of new scientific knowledge from international literature from 2011 to 2012

Die im Auftrag des BMG verfasste Studie mit dem Titel "Report for underpinning of the Austrian import bans for the oilseed rape lines Ms8xRf3 & GT73 under particular consideration of new scientific knowledge from international literature from 2011 to 2012" wurde von Mag.a Dr.in Kathrin Pascher von der University of Vienna, erstellt und erschien 2012.

Zusammenfassung

Die Verlängerungen der österreichischen Importverbote der gentechnisch veränderten (GV) herbizidresistenten Rapslinien Ms8, Rf3 und Ms8xRf3 und GT73 sind gegenwärtig in Kraft. Damit diese auch weiterhin aufrecht erhalten bleiben können, müssen aktuelle wissenschaftlichen Kenntnissen über potentielle ökologischen Auswirkungen des Imports dieser gentechnisch veränderten Rapslinien erbracht werden.

Zufällige Verstreuung von lebenden Samen während Transportaktivitäten und deren Handhabung, die mit dem Import von GV Raps in Länder ohne GV Raps-Anbau verbunden sind, werden als der Hauptfaktor für das nicht beabsichtigte Vorkommen von verwilderten GV Rapspopulationen entlang von Transportrouten bewertet. Dadurch ist es möglich, dass Transgene ungewollt in die Umwelt gelangen können.

Verwilderte nicht GV Rapspopulationen sind in Europa weit verbreitet, was auch aktuelle Studien aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien belegen. In der Schweiz wurde GV Glyphosat resistenter Raps (GT73) an vier (Lugano, Kleinhüningen, Basel-St. Johann, Muttenz) von insgesamt 79 Testpunkten entlang von Bahnstrecken identifiziert. Diese GV Rapspflanzen müssen von der Verstreuung von kontaminierten Rapssamen von Güterzügen stammen, da aktuell keine gentechnisch veränderten Rapslinien in der Schweiz angebaut und importiert werden dürfen. Bahngleiskörper sind ein idealer Lebensraum für verwilderten GV herbizidresistenten Raps, da sich dieser hier besonders gut ansiedeln und ausbreiten kann. Die GV Rapspflanzen profitieren von ihrer Resistenz gegenüber den entlang der Bahntrassen ausgebrachten Herbiziden, was zukünftig ein noch intensiveres Unkrautmanagement erforderlich machen wird.

Auch außerhalb Europas kommen verwilderte GV und nicht GV Rapspopulationen häufig und beständig vor. Das bestätigen beispielsweise Studien aus Japan und den USA, wo erstmalig in North Dakota umfassende Untersuchungen von Rapspopulationen an Straßenrändern durchgeführt wurden. Diese haben gezeigt, dass mehr als 80% der getesteten Pflanzen gentechnisch verändert waren. Genfluss zwischen GV Raps und nah verwandten Arten unter natürlichen Bedingungen wurde als zusätzliche Ausbreitungsquelle von Transgenen in die Umwelt erneut nachgewiesen.

Aufgrund der Untermauerung der österreichischen Argumentation durch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse von 2011 und 2012 wird dringend empfohlen, die Importverbote für herbizidresistenten Raps in Österreich auch in Zukunft beizubehalten.

(16.11.2012)

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