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Statistiken und Analysen der suchtgiftbezogenen Todesfälle

Suchtgiftbezogene Todesfälle 2011

Der Indikator "suchtgiftbezogene Todesfälle" ist einer von derzeit insgesamt fünf epidemiologischen Schlüsselindikatoren, die seitens der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) entwickelt wurden, um in ihrer Gesamtschau eine Einschätzung der Situation und Entwicklung im Bereich des problematischen Drogenkonsums gewinnen zu können. Mit einbezogen wurden erstmals auch neue psychoaktive Substanzen im Sinne des mit 1.1.2012 in Kraft getretenen Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetzes (NPSG), BGBl. I Nr. 146/2011.

Bei diesen (direkt) suchtgiftbezogenen Todesfällen kann ein unmittelbar kausaler Zusammenhang zwischen dem Drogenkonsum und dem Eintritt des Todes angenommen werden. Die Betroffenen verstarben direkt an den Folgen der Überdosierung. Aufgrund des unmittelbar kausalen Zusammenhangs zwischen Drogenkonsum und Tod liefern diese Fälle Hinweise auf die (Begleit)Umstände akuter, tödlich verlaufender Intoxikationen infolge hochriskanten Drogenkonsums, ihre Auswertung und Aufbereitung soll daher Grundlagen für präventive Maßnahmen liefern.

Für das Jahr 2011 wurden auf Basis von Obduktionsbefunden 177 tödliche Überdosierungen bestätigt. Bei weiteren 24, allerdings nicht obduzierten Fällen muss höchstwahrscheinlich eine todesursächliche Überdosierung angenommen werden. In Summe wird daher für das Jahr 2011 von 201 direkt auf eine Überdosierung zurück zu führenden Todesfällen ausgegangen.

Hingegen ist bei den indirekt suchtgiftbezogenen Todesfällen nicht eine Überdosierung todesursächlich, die Betroffenen sind vielmehr, da mit dem Suchtgiftkonsum auch ein großes Risiko körperlicher Erkrankungen und Organschäden verbunden ist, etwa an den Spätfolgen des Konsums verstorben (z.B. an AIDS infolge Infektion bei früherem Drogenkonsum, Hepatitiserkrankung mit möglichem Bezug zu früherem Drogenkonsum). Ein Bezug zur aktuellen Drogensituation ist daher bei diesen Todesfällen, im Gegensatz zu den Überdosierungen, meist nicht gegeben. Eine Aufsummierung direkt und indirekt suchtgiftbezogener Todesfälle ist somit nicht Ziel führend, weshalb man auch auf Ebene der EBDD davon abgegangen ist.

Unabhängig davon können aber auch indirekt suchtgiftbezogene Todesfälle wertvolle Informationen zu den Langzeitfolgen problematischen (d.h. mit gesundheitlichen und sozialen Folgen verbundenen) Drogenkonsums liefern. Daher werden diese in Österreich, jedoch gesondert, erfasst und dargestellt. So erlagen bei den meisten dieser analysierten Fälle die Betroffenen (18 Personen) Krankheiten wie z.B. Myokarditis, Leberzirrhose oder Krebs, zwei Personen verstarben an Aids, vier Personen begingen Suizid (nicht durch eine Suchtgiftvergiftung).