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Tabletten, eine Spritze und ein Diagramm, Bild: mauritius images

Statistiken und Analysen der suchtgiftbezogenen Todesfälle

Drogenbezogene Todesfälle 2013

Der Indikator "drogenbezogene Todesfälle" ist einer von derzeit insgesamt fünf epidemiologischen Schlüsselindikatoren, die seitens der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) entwickelt wurden, um in ihrer Gesamtschau eine Einschätzung der Situation und Entwicklung im Bereich des problematischen Drogenkonsums gewinnen zu können.

Bis 2011 wurden als (direkt) suchtgiftbezogene Todesfälle jene Fälle erfasst, bei denen ein unmittelbar kausaler Zusammenhang zwischen dem Suchtgiftkonsum und dem Eintritt des Todes angenommen werden konnte. Seit 2012 werden auch neue psychoaktive Substanzen im Sinne des mit 1.1.2012 in Kraft getretenen Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetzes (NPSG), BGBl. I Nr. 146/2011, einbezogen. Damit im Zusammenhang steht die Änderung der Bezeichnung („drogenbezogene Todesfälle“ statt wie früher „suchtgiftbezogene Todesfälle“).

Bei diesen (direkt) drogenbezogenen Todesfällen kann ein unmittelbar kausaler Zusammenhang zwischen dem Drogenkonsum und dem Eintritt des Todes angenommen werden. Die Betroffenen verstarben direkt an den Folgen der Überdosierung. Aufgrund des unmittelbar kausalen Zusammenhangs zwischen Drogenkonsum und Tod liefern diese Fälle Hinweise auf die (Begleit)Umstände akuter, tödlich verlaufender Intoxikationen infolge hochriskanten Drogenkonsums, ihre Auswertung und Aufbereitung sollen daher Grundlagen für präventive Maßnahmen liefern.

Für das Jahr 2013 wurden auf Basis von Obduktionsbefunden 122 tödliche Überdosierungen bestätigt. Bei weiteren 16, allerdings nicht obduzierten Fällen muss höchstwahrscheinlich eine todesursächliche Überdosierung angenommen werden. In Summe wird daher für das Jahr 2013 von 138 (2012: 161) direkt auf eine Überdosierung zurück zu führenden Todesfällen ausgegangen.

Eine Zusammenfassung der Auswertungsergebnisse findet sich in den folgenden Tabellen und im Download. Die ausführliche Darstellung findet sich im Epidemiologiebericht Drogen 2014.

Hingegen ist bei den indirekt suchtgiftbezogenen Todesfällen nicht eine Überdosierung todesursächlich, die Betroffenen sind vielmehr, da mit dem Suchtgiftkonsum auch ein großes Risiko körperlicher Erkrankungen und Organschäden verbunden ist, etwa an den Spätfolgen des Konsums verstorben (z.B. an AIDS infolge Infektion bei früherem Drogenkonsum, Hepatitiserkrankung mit möglichem Bezug zu früherem Drogenkonsum). Ein Bezug zur aktuellen Drogensituation ist daher bei diesen Todesfällen, im Gegensatz zu den Überdosierungen, meist nicht gegeben. Eine Aufsummierung direkt und indirekt suchtgiftbezogener Todesfälle ist somit nicht Ziel führend, weshalb man auch auf Ebene der EBDD davon abgegangen ist.

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