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Kurznasen, Hautfalten und Glubschaugen - nicht süß, sondern gequält!

Broschüre über das Verbot der Qualzucht

Kurznasen, Hautfalten und Glubschaugen – viele Haustiere werden gezüchtet, dass sie süß oder besonders schön aussehen. Häufig leiden diese Tiere ein Leben lang an den gesundheitlichen Konsequenzen.

Damit Sie und Ihr Hund ein langes, gesundes und leidfreies Leben miteinander genießen können, informiert die Broschüre "Kurznasen, Hautfalten und Glubschaugen – nicht süß, sondern gequält!" über das Verbot der Qualzucht und zeigt Qualzuchtmerkmale am Beispiel Hund.

Unsere Heim- und Haustiere, allen voran Hunde, wurden durch züchterische Auswahl je nach Verwendungszweck seitens des Menschen im Erscheinungsbild als auch im Verhalten verändert. Dabei gibt es Merkmale von Haustierrassen, die für das Tier keinen Nachteil darstellen, als auch solche, die die Lebensqualität der Tiere massiv einschränken bzw. sogar lebensbedrohlich sind. Hohe Tierarztkosten sind die Folge und unter Umständen ein Tier, das kaum schmerz- bzw. leidensfrei leben kann.

Checkliste für künftige HundehalterInnen

Beachten Sie die Checkliste für die Anschaffung eines tierischen Mitbewohners: Damit Sie und Ihr Hund ein langes und vor allem gesundes und leidfreies Leben miteinander genießen können.

  • Lassen Sie sich nicht von rein äußerlichen Merkmalen zum (Spontan-)Kauf verleiten! Wie beispielsweise das Kindchen-Schema auch bei erwachsenen Tieren.
  • Muss es tatsächlich ein Rassehund sein? Wichtig ist vor allem die Gesundheit des Tieres und ob das Individuum zum eigenen Leben passt. In Tierheimen besteht die Möglichkeit des "langsamen Kennenlernens" und hier warten sowohl Rassehunde als auch Mischlinge auf eine zweite Chance!
  • Kaufen Sie Ihr Tier nicht im Internet oder auf Internetportalen! Sie unterstützen teilweise illegalen Tierhandel und großes Tierleid!
  • Kaufen Sie keinen Hund "aus dem Kofferraum" (ist verboten) oder aus Mitleid. Solche Hunde stammen meist aus illegalen Importen und Ihr "freigekauftes" Tier wird umgehend "nachproduziert"!
  • Beim Kauf in Zoofachhandlungen erkundigen Sie sich genau nach den Zuchtprogrammen (zur Gesundheitserhaltung) der jeweiligen Tierlieferanten. Lieferanten aus dem Ausland unterliegen anderen rechtlichen Bestimmungen!
  • Wenn Sie einen bestimmten Rassehund erwerben wollen, sehen Sie sich die Elterntiere genau an und befragen Sie den/die ZüchterIn nach Qualzuchtmerkmalen bzw. seine Maßnahmen dagegen.
  • Unterstützen Sie keine "Massenzucht" mit mehreren Hündinnen gleichzeitig bzw. mit 2 Würfen pro Jahr und Hündin.
  • Egal welchen Weg zum Hund Sie wählen: Ziehen Sie die Tierärztin/den Tierarzt Ihres Vertrauens auch bereits vor dem Kauf hinzu und lassen Sie sich von qualifizierten Fachleuten beraten. Vorbeugen ist besser (und billiger!) als heilen!

Qualzuchtmerkmale

  • Atemnot:
    • Brachycephalie (zu kurze Nase und zu kurzer Oberkiefer),
    • Luftröhrenkollaps

  • Bewegungsanomalien:
    • Skelettanomalien (z.B. Schwanzlosigkeit),
    • Extremausbildung rassetypischer Merkmale,
    • Stellungsanomalien von Gelenken (extrem wenig oder extrem stark gewinkelte Hinterextremität, Hüftgelenksdysplasie, Kniescheibenluxation vor allem bei kleinen Rassen)

  • Lahmheiten bzw. schmerzhafte Beeinträchtigung der Bewegung im Zusammenhang mit extremen Körperformen:
    • chronisch degenerative Gelenkserkrankungen,
    • Dackellähmung,
    • Verknöcherung der Wirbelsäule,
    • Riesenwuchs,
    • Zwergwuchs

  • Entzündungen der Haut:
    • übermäßige Faltenbildung (Brachycephalie; akromegaler Riesenwuchs, bei dem die Körperspitzen wie Kopf oder Pfoten im Verhältnis zum übrigen Körper unproportional vergrößert sind; dicht behaarte lange und tief angesetzte Hängeohren), erhöhte Feuchtigkeit in Kombination mit Wärme in den Falten

  • Haarlosigkeit
    • Probleme mit Temperaturregulation,
    • fehlende Zähne,
    • bei Homozygotie (Reinerbigkeit) Letalfaktor

  • Entzündungen der Lidbindehaut und/oder der Hornhaut:
    • zu große Lidspalten und lose Kopfhaut ("Karo-Auge"),
    • Rolllid 

  • Blindheit:
    • Verpaarung zweier Tiere mit Merle-Faktor

  • Exophthalmus:
    • Hervorquellen des Augapfels,
    • zu enge Lidspalte bei Zwergrassen und kleinen brachycephalen Rassen,
    • erhöhte Verletzungsgefahr für den Augapfel,
    • Neigung zur Austrocknung der Hornhaut durch gestörte Funktionalität des Lidschlags.

  • Taubheit:
    • sensorineurale Taubheit bei weißer Farbe bzw. Scheckung,
    • Verpaarung zweier Tiere mit Merle-Faktor

  • Neurologische Symptome:
    • Missbildungen der Schädeldecke,
    • Missbildungen der Wirbelsäule,
    • Pigmentanomalien,
    • Dermoidsinus (Hautmissbildung im Bereich der Wirbelsäule) bei Hunden mit einem Ridge,
    • Epilepsie,
    • Narkolepsie

  • Fehlbildungen des Gebisses:
    • Fehlen von funktionell wichtigen Zähnen (Funktionsstörungen in Lebensbereichen wie Körperpflege und Reproduktion),
    • Unterkieferverkürzung,
    • Caninusengstand bei brachycephalen Hunden

  •  Missbildungen der Schädeldecke:
    • zu dünne oder nicht vollständig ausgeformte Schädeldecke,
    • Knochenlücke in Schädeldecke (Zwerghunde)

  • Körperformen, bei denen mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass natürliche Geburten nicht möglich sind:
    • Missverhältnis zwischen mütterlichem Beckendurchmesser und bestimmten Körpermaßen des Fetus (unverhältnismäßig große Welpen, einzelne Körperpartien überdimensioniert zB bei Brachycephalie),
    • kleine Würfe bei Zwerghunderassen

Zusatzinformationen: